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# von Stargold123 | Erstellt am: 26.02.08 23:23:21 | Beitrag Nr.: 122875 | Weitere Beiträge |
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Sonne, Wind und Wasser
+ 17.02.2008 +
Eine Studie der
Forschungsstelle für Umweltpolitik an der Freien Universität zeigt das
große, noch ungenutzte Potenzial von Erneuerbaren Energien in den
Bundesländern.
Sieben Bundesländer könnten ihren Strombedarf
schon heute komplett aus Erneuerbaren Energien decken – also aus Solar-
und Windenergie, Wasserkraft und Biomasse. Mecklenburg-Vorpommern könnte
sogar seinen vollständigen Verbrauch an Primärenergie (Strom- und
Wärmebedarf) durch erneuerbare Energien abdecken. Das haben Wissenschaftler
der Forschungsstelle für Umweltpolitik am Otto-Suhr-Institut der Freien
Universität in einer Studie belegt, die das Bundesministerium für
Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in Auftrag gegeben hat. Trotz
der vorhandenen Ressourcen und der energiepolitischen und rechtlichen
Machbarkeit nutzen jedoch alle Bundesländer ihre Kompetenzen und
Möglichkeiten zu wenig.
Das Team der Forschungsstelle um Dr.
Lutz Mez hat in der Machbarkeitsstudie „Zukünftiger Ausbau
erneuerbarer Energieträger unter besonderer Berücksichtigung der
Bundesländer“ die Wirtschaftlichkeit und die Hemmnisse bei der
Weiterentwicklung der Erneuerbaren Energien untersucht. Entgegen
landläufiger Meinung verfügen die Länder – vom Baurecht
über die Raumordnung bis zur Landesplanung – über nicht zu
unterschätzende rechtliche Kompetenzen, um die Entwicklung der Erneuerbaren
Energien voranzutreiben. Davon werde aber kaum Gebrauch gemacht, so Lutz Mez,
Koordinator der Studie.
Die Wissenschaftler vermissen außerdem
eigene energiepolitische Programme der Länder, die sich in einem
Landesenergiegesetz, aber auch in einem Landesklimaschutzgesetz niederschlagen
könnten. Darin könnten gezielte Vorgaben zur CO2-Reduzierung
aufgestellt werden, um auch auf Länderebene den Klimaschutz zu forcieren.
Mit konkreten Zielvorgaben für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren
Energieträger bis 2010 oder 2020 könnte deren Entwicklung weiter
angeschoben werden.Um das große Potenzial an Erneuerbaren Energien der
einzelnen Bundesländer zu nutzen, müsste politisch gezielter
gefördert werden: „In den USA zeigt Kalifornien beispielhaft, wie
sich eine Region energiepolitisch profiliert und dabei auch die heimische
Wirtschaft stärkt“, so Lutz Mez. Zwar sei das Beispiel Kaliforniens
nicht 1:1 auf die Bundesrepublik übertragbar, dennoch gebe es in der
Bundesrepublik große Chancen für energiepolitische Initiativen auch
auf Länderebene.
Jedes deutsche Bundesland hat bei den
Erneuerbaren Energien entsprechend den je eigenen naturgegebenen Bedingungen
seine spezifischen Stärken. Bayern und Baden-Württemberg führen
bei der Wasserkraft, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und
Mecklenburg-Vorpommern stehen bei der Windenergie an der Spitze. Bei der
Stromerzeugung aus Biomasse dominieren wiederum Bayern, Niedersachsen und
Nordrhein-Westfalen. Das größte Hemmnis, so die Studie, bestehe noch
immer in der Benachteiligung der Erneuerbaren Energien gegenüber den
fossilen und atomaren Energien, die jahrzehntelang stark subventioniert worden
seien.
Die Wissenschaftler empfehlen eine stärkere Vernetzung
der Bundesländer untereinander, um Kapazitäten zu bündeln. Die
Länder sollten den Strom für ihre landeseigenen Einrichtungen aus
Erneuerbarer Energie beziehen und so Vorbild für die Bürger sein.
Darüber hinaus könnten Leuchtturmprojekte wie etwa die erste
Offshore-Windkraftanlage bei Rostock, das Bioenergiedorf in Jühnde (Kreis
Göttingen) oder das solarthermische Kraftwerk in Jülich eine
Anschubfunktion übernehmen.
http://boerse.freenet.de/forum/_hot/287503/thread…